Bei Vimeo bin ich auf ein feines Video gestoßen, das eine Zukunft von E-Books im High-Class-Format zeigt. Hier sieht man, wie Kosten, die bei Print-Büchern in Druck und Logistik geflossen sind, künftig in aufwändige Aufbereitung und Design investiert werden können. Und das sollte dann auch seinen Preis haben.
The Future of the Book
Der Wettstreit der drei Webgrößen Amazon, Apple und Google um den wachsenden E-Book-Markt, die Wege der deutschen Buchhandelsbranche mit Ciando, Libreka und Co, und natürlich die vielen Startups und innovativen E-Book-Anbieter wie PaperC – laufend gibt es Neues aus dem wachsenden E-Book-Markt zu vermelden. Doch sind die einzelnen Meldungen für sich genommen meist bloß Fetzen der Informationsgesellschaft, oft nur tagesaktuell interessant und unendlich zitiert. Ab und an ist vielleicht auch wieder ein wenig Überblick gefragt,
Im vergangenen Weihnachtsgeschäft verkaufte Amazon in den USA mehr E-Books als gedruckte Bücher. Befeuert wurde dieser Erfolg durch den rasanten Verkauf des Kindle und dem gleichzeitigen Angebot von bereits knapp 400.000 digitalen Büchern. Seit Anfang 2010 können nun auch deutschsprachige Autoren und Verlage ihre Bücher weltweit über Amazons Digital Text Platform anbieten, was wir einfach mal angetestet haben.
In der Reihe der unterschiedlichen Modelle zum digitalen Publizieren geht es diesmal um die Literatur-Community tredition.
Die Web-Plattform tredition richtet sich in erster Linie an Autoren, die ihre Werke selbst publizieren, gleichzeitig aber auch auf Dienstleistungen klassischer Verlage zurückgreifen wollen. Tredition ermöglichst das, indem es neben den Autoren ein Netzwerk aus professionellen Lektoren, Hörbuchsprechern, Übersetzern und Illustratoren auf der Plattform vereint.
Excel-Dateien für den Einsatz im Business zusammenzufrickeln, kann mitunter recht mühsam sein. Deshalb greifen immer mehr Unternehmer, Manager und Freiberufler auf vorgefertigte Tools und Vorlagen zurück, die sie einfach auf die eigenen Bedürfnisse unternehmensspezifisch anpassen können. Auf unserer Publishing-Plattform Coverport.de stellen mittleweile immer mehr Verlage und andere Inhalteanbieter solche Vorlagen ein, um für ihren E-Content einen weiteren Umsatzkanal zu erschließen.
Angefangen hat das Angebot im letzten Jahr mit kleinen praktischen Excel-Helferlein beispielsweise für die Betriebskostenabrechnung oder den Stundennachweis der Marketingberatung Lindo. Mittlerweile finden sich im Angebot auch komplexere Tools für die Unternehmensrechnung, wie zum Beispiel eine Bilanzanalyse, eine Liquiditätplanung oder eine Excel-Vorlage für die komplette Unternehmensrechnung des Anbieters reimus.net.
Die Vorlagen können alle ohne störendes DRM heruntergeladen werden, so dass man sie sofort einsetzen kann.
Auch nicht schlecht: Bei readbox.net soll man Bücher finden, von denen man nicht mal gewusst hat, dass man sie sucht. Das verspricht die Website und erinnert damit etwas an die Amazon-Empfehlungen nach dem Motto: „Wer dieses Buch gekauft hat, hat auch jenes gekauft“. Der Algorithmus scheint gleichwohl ein anderer zu sein, denn man erhält nach Eintippen seines Lieblingsautors in erster Linie Werke von unbekannten Autoren, deren Inhalte mehr oder weniger große Ähnlichkeiten mit denen des eingegebenen Autors aufweisen.
Das ist auch kein Wunder, da sich Readbox zu den Plattformen zählt, die die Verlage in der Vermarktungskette teils links liegen lassen, und den Autoren direkte Publikationsmöglichkeiten bieten. So haben sich bereits knapp 350 Autoren ihre Bücher auf der Plattform veröffentlicht. Daneben arbeitet das Unternehmen aus Dortmund ebenso mit einer Handvoll von meist kleineren Verlagen zusammen, für die sie Verlagsdienstleister in der Produktion von Hörbüchern, Podcasts und eben E-Books sein will.
Autoren können ihre Werke in einem speziellen Flash-Format online stellen, wo sie dann zunächst einmal kostenlos gelesen werden können. Wem die Lektüre gefällt, kann den Titel dann direkt als Printausgabe oder E-Book kaufen.
Zum bei Coverport erschienenen Titel “Deutsche Diskurse – Die politische Kultur von 1945 bis heute in publizistischen Kontroversen” gibt es wieder zwei neue Rezensionen:
1.) Deutschland Archiv, Ausgabe 3/2010:
zur Rezension …
1.) Sonja Schmitt (Dr. ZitelmannPB. GmbH):
Debattiert wird in Deutschland viel und gerne. Aber während die heißen Wortkämpfe der diversen Talkshows bald versendet und vergessen sind, haben Publizisten mit Veröffentlichungen in den deutschen Meinungsführermedien wie FAZ und Spiegel in den vergangenen Jahrzehnten zahllose Debatten ausgefochten, die die Meinungskultur in Deutschland nachhaltig beeinflusst haben.
20 dieser Debatten beleuchtet Wilfried Scharf in „Deutsche Diskurse – Die politische Kultur von 1945 bis heute“, darunter beispielsweise den Historiker-Streit von 1986, die Golfkriegs-Debatte 1991 und die Kontroverse über die Wehrmachtsausstellung 1995-1999. Dabei sind den einzelnen Diskursen zwischen drei und 26 Seiten gewidmet. In jedem Kapitel folgt auf die sachlich gehaltene Zusammenfassung der Debatte, die ausführlich auf die Argumente der Publizisten eingeht, ein Kurzkommentar des Autors. Auf diese Weise bekommt der Leser einen fundierten Überblick über die beherrschenden Streitschriften aus 60 Jahren Bundesrepublik.
Dem Buch ist anzumerken, dass der Autor den Anspruch hat, in einem wissenschaftlich vertretbaren Maße journalistisch zu arbeiten. Erfreulich ist die strikte Trennung von Nachricht und Meinung – sämtliche Kommentare sind als solche gekennzeichnet und den Kapiteln hinten angestellt. Problematisch ist dagegen die allzu ausufernde Verwendung von Zitaten. Während diese in Maßen dazu geeignet sind, Texte farbiger und authentischer zu machen, ermüden sie den Leser in der Masse: Bei Scharf besteht eine Buchseite nicht selten zur Hälfte aus Zitaten.
Elitär mutet an, dass der Autor voraussetzt, jeder Leser würde sämtliche genannten Personen (und es sind derer zahlreich) kennen. Ein Who-is-who im Anhang fehlt leider, wäre aber von weit mehr Nutzwert als das einer Diplomarbeit würdige 30 Seiten lange Literaturverzeichnis. Hier wäre etwas mehr Journalismus – der stets nicht nur Namen, sondern auch Positionen nennt – und etwas weniger Sozialwissenschaft gut gewesen.
Wer sich daran und dem vereinnahmenden „wir“ nicht stört – wie arrogant von Scharf, zu wissen zu meinen, was „wir kennen“ und „wir (tun) sollten“ – dem bietet das Buch eine interessante und mit nur rund 200 Seiten kompakte Lektüre zum Thema. Und man muss keinesfalls in allen Punkten Scharfs Meinung sein, um seine Kommentare lesenswert zu finden. Denn schließlich, so eines der wichtigsten Fazits des Buchs, ist die Presse- und Meinungsfreiheit Deutschland seit 60 Jahren gut bekommen. Dem können „wir“ nur zustimmen.
Wilfried Scharf, der Autor vom bei Coverport erschienenen Buch “Deutsche Diskurse”, hat ein Blog eröffnet. Thematisch wird es sich um Politik, Literatur und sogar Sport drehen – selbstverständlich immer gewürzt mit der persönlichen Note des Autors:
“… hier können sie Meinungen finden im Kern über Politik, Literatur und Sport. Hauptsächlich meine Meinung. Weil nichts von dem, das ich beschreibe, von mir unabhängig ist. Fakten, Fakten, Fakten bekommen Sie anderswo.”
Das verspricht pointiertes Lesevergnügen für den mitdenkenden Leser!
Zum Blog des Autors …
Die Frage, ob E-Books grundsätzlich günstiger als die gedruckte Variante angeboten werden sollten, ist trotz der geringeren Vertriebskosten immer noch nicht vollständig entschieden. Zwar ist Amazon in den USA mit preisreduzierten E-Books vorgeprescht, jedoch ist Googles Preismodell für den digitalen Buchvertrieb noch offen. Überraschenderweise sind es in diesem Fall die Chinesen, die mit einem innovativen Ansatz vorangehen.
Das chinesische Unternehmen Shanda lässt den Leser erstmal die Hälfte oder zwei Drittel eines Buches kostenlos lesen und kassiert erst, wenn dieser auch bis zum Ende lesen will, einen Betrag, der meist nur bei etwa einem Zehntel des normalen Buchpreises liegt. Nun mag Shanda aus europäischer Sicht einen gewissen Exotenfaktor haben, jedoch publiziert die Firma laut Süddeutscher Zeitung mit 400.000 Büchern rund 80 Prozent der E-Books in China. Zehn Millionen Onliner nutzen täglich den Service. Ein Aufschrei der Autoren ist bislang ausgeblieben, denn diese verdienen mit dem Modell offensichtlich recht gut.
Targeting ist eine der neuen Technologien zur Mediaplanung, die in den letzten Jahren neugierig und hoffnungsvoll begrüßt wurde. Denn in Zeiten fragmentierter Zielgruppen und Informationsflut muss Werbung nicht nur reichweitenstark sein, sondern vor allem spezielle Zielgruppen in ihren Informationsnetzwerken erreichen. Schließlich braucht Marketing messbare Größen und vor allem messbare Erfolge für eingesetzte Budgets.
Die Kommunikationswissenschaftlerin Margit Kastner zeigt in ihrem Buch neben einer kurzen Einführung in die praktische Mediaplanung die Möglichkeiten und Risiken von Targeting-Technologien, die im klassischen Display-Marketing im Internet eingesetzt werden. Auf Basis ihrer beruflichen Erfahrungen in einer Media-Agentur stellt sie einzelne Verfahren aus der Praxis vor und untersucht, inwiefern Medienanbieter Nutzerdaten erheben können, welche Daten das sein können, und wofür sie verwendet werden können. Insbesondere widmet sich das Buch dem Contextual Targeting und dem soziodemographischen Targeting, das auch beim Predictive Behavioral Targeting eingesetzt wird.
