Die Frage, ob E-Books grundsätzlich günstiger als die gedruckte Variante angeboten werden sollten, ist trotz der geringeren Vertriebskosten immer noch nicht vollständig entschieden. Zwar ist Amazon in den USA mit preisreduzierten E-Books vorgeprescht, jedoch ist Googles Preismodell für den digitalen Buchvertrieb noch offen. Überraschenderweise sind es in diesem Fall die Chinesen, die mit einem innovativen Ansatz vorangehen.
Das chinesische Unternehmen Shanda lässt den Leser erstmal die Hälfte oder zwei Drittel eines Buches kostenlos lesen und kassiert erst, wenn dieser auch bis zum Ende lesen will, einen Betrag, der meist nur bei etwa einem Zehntel des normalen Buchpreises liegt. Nun mag Shanda aus europäischer Sicht einen gewissen Exotenfaktor haben, jedoch publiziert die Firma laut Süddeutscher Zeitung mit 400.000 Büchern rund 80 Prozent der E-Books in China. Zehn Millionen Onliner nutzen täglich den Service. Ein Aufschrei der Autoren ist bislang ausgeblieben, denn diese verdienen mit dem Modell offensichtlich recht gut.
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