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Deutsche Diskurse

Die politische Kultur von 1945 bis heute in publizistischen Kontroversen

Deutsche Diskurse


von: Dr. Wilfried Scharf
Format: Buch
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Produktinfos

ISBN: 9783938198063

Erschienen: 2009

232 Seiten

verfasst als Fachbuch


Menge:



Produktbeschreibung

Fehlt es der politischen Kultur in Deutschland oftmals an der Gelassenheit, um die wir unsere Nachbarn beneiden, so sind heute Deutschsein und Weltoffenheit keine Gegensätze mehr. 60 Jahre Grundgesetz als Garant der Demokratie stehen für eine lebhafte Entwicklung der politischen Kultur, die sich in den „deutschen Diskursen“ widerspiegelt - geprägt von Publizisten wie Rudolf Augstein, Jürgen Habermas, Joachim Fest, Günter Grass, Martin Walser, Marcel Reich-Ranicki, Heinrich August Winkler oder Frank Schirrmacher. Der Göttinger Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler Wilfried Scharf zeichnet diese Diskurse anhand von 899 Beiträgen aus den Meinungsführermedien als publizistische Kontroversen analytisch nach. Zwischen der Kontroverse über die „innere und äußere Emigration“ 1945 und dem „Fall Grass“ 2006 zeigt Scharf eine Entwicklung zur Kultur des Westens, zur Kultur der Meinungsfreiheit, des Streits und des Pluralismus. Dabei sind neben dem Holocaust vor allem die Frage von „rechts“ und „links“ sowie die Einheit Deutschlands bestimmende Themen. Scharf gelingt es damit, 60 Jahre publizistische Auseinandersetzung um kulturelle Hegemonie und politische Macht nachzuzeichnen und sowohl für die Wissenschaft als auch für politisch Interessierte nachvollziehbar zu veranschaulichen.

A. Die alte und immer wieder neue Frage: Was ist deutsch? 8
B. Die Diskurse 17
I. In den Besatzungszonen 18
1. Kontroverse um die innere und die äußere Emigration 1945-1947: Sind Bücher, die von 1933 bis 1945 in Deutschland gedruckt werden konnten, weniger als wertlos? 18
II. In der Bundesrepublik bis 1990 23
2. Kontroverse um die Stalin-Note 1952: Ist Stalins Angebot nicht ernst gemeint? 23
3. Reichstagsbrand-Kontroverse ab 1959: Ist an der Alleintäterschaft van der Lubbes nicht mehr zu zweifeln? 27
4. Fischer-Kontroverse ab 1961: Trägt die deutsche Reichsführung den entscheidenden Teil der historischen Verantwortung für den Ausbruch des ersten Weltkrieges? 34
5. Kontroverse um „Der Müll, die Stadt und der Tod“ 1976 und 1985: Ist der „linke Antisemitismus“ der mit dem guten Gewissen? 38
6. Streit über „Nationalsozialismus = Sozialismus“ 1979: Ist die Gleichsetzung geschichtsvergessen? 41
7. Historiker-Streit 1986: Ist der nationalsozialistische Mord an den Juden einzigartig? 42
8. Kontroverse über Werner Höfer 1987/88: Ist eine größere Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem „Dritten Reich“ konstruktiv? 60
III. In der Phase der Wiedervereinigung Deutschlands 63
9. Wiedervereinigungs-Debatte 1988-1990: Hat es Feuilleton-Nationalismus gegeben? 63
10. Hauptstadt-Frage 1989-1991: Ist Berlin als Symbol der Freiheit der einzig denkbare Ort der Vereinigung? 89
11. Golfkriegs-Debatte 1991: Wie ist das Dilemma zwischen „Nie wieder Auschwitz“ und „Nie wieder Krieg“ zu lösen? 102
12. Stasi-Literatur-Affäre 1991: Bleibt von der DDR nur die Stasi und ihr Gift? 125 IV. In der Berliner Republik 146
13. Kontroverse über ein Holocaust-Mahnmal 1988-1999: Ist die Anlage würdig und in der Dimension angemessen? 146
14. Goldhagen-Kontroverse 1996: Sind die Deutschen vom Antisemitismus geläutert? 149
15. Kontroverse über „Soldaten sind Mörder“ 1996: Hat die Meinungsfreiheit Vorrang? 154
16. Kontroverse über die Wehrmachtsausstellung 1995-1999: Kann die Wehrmacht keine Tradition begründen? 156
17. Kontroverse über das „Schwarzbuch des Kommunismus“ 1997/98: Ist die Verharmlosung des kommunistischen Verbrechen die identitätsstiftende Klammer im linken Diskurs? 160
18. Walser-Bubis-Debatte 1998/99: Steht die öffentliche Meinung erst nachträglich auf der Seite von Bubis? 163
19. Kontroverse über den „neuen Antisemitismus“ in Martin Walsers „Tod eines Kritikers“ 2002: Weiß Walser, was er tut? 167
20. Der Fall Grass 2006: Ist der Unterschied zwischen Opfern und Tätern nicht zu überbrücken? 171
C. Fazit: Deutschsein und Weltoffenheit sind keine Gegensätze 182
Literatur 195
Dank 228

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